Fechten früher…

Fechten zählt zu den ältesten olympischen Sportarten und ist seit 1896 eine der vier Disziplinen, die bei allen Olympischen Sommerspielen vertreten waren.
Fechten gehört neben Boxen und Ringen zu den ersten sportlichen Wettbewerben der Menschheit. Eine Art sportlichen Fechtens betrieb man schon in der Antike wie etwa im alten Griechenland und im römischen Reich. Ursprünglich war das Fechten ein bewaffneter Kampf zweier Personen, bei dem Blankwaffen mit langer Klinge sowie Handschutz verwendet wurden. Die Waffen wurden so geführt, dass Angriffe des Gegners abgefangen werden konnten.

… und heute

Die im Wettkampf des heutigen Sportfechtens zum Einsatz kommenden Waffen sind Florett, Degen und Säbel. Florett und Degen sind reine Stich-, der Säbel ist eine Hieb- und Stichwaffe. Gefochten wird in allen Disziplinen auf der Fechtbahn (frz. planche), die 14 m lang und 1,50-2 m breit ist. Dadurch zeichnet sich Fechten hauptsächlich durch schnelle Vorwärts- und Rückwärtsbewegungen aus, Seitwärtsbewegungen sind eingeschränkt.

Was Sportfechten ausmacht

Das moderne Sportfechten ist geprägt von Schnelligkeit, Technik und Taktik. Es fördert dabei Motorik, Körperbeherrschung und schnelles Denken in höchstem Maße. Da Fechten nicht nur allein Anforderungen an die Körperkraft stellt, sondern auch an Reaktion, Gewandtheit und Geschicklichkeit, gleichen sich Unterschiede zwischen Körpergröße, Leistungsfähigkeit und Kraft aus.

Nicht zuletzt gehört zum Fechten auch eine gute Portion Mut: in der klassischen Zweikampfsituation sind Entschlossenheit und mentale Stärke gefordert. Im Gefecht suchen die Gegner jede noch so kleine Lücke in der Deckung des Gegenübers und versuchen, dort durch einen schnellen Angriff einen Treffer zu setzen.

Trotz seiner langen Tradition ist Fechten ein moderner Sport, der vielfältige Anforderungen an die Athleten stellt. Der faire Umgang mit dem Gegner, der sich nicht zuletzt durch den Fechtergruß vor und nach einem Gefecht ausdrückt, spiegelt diese lange Tradition wider. Deutsche Fechter können auf eine sehr lange und vor allem auch sehr erfolgreiche Geschichte zurückblicken, zahlreiche Welt- und Europameisterschaftstitel sowie viele olympische Medaillen wurden im Lauf der Jahre erfochten.

Waffenarten im Sportfechten

Gefochten wird mit drei unterschiedlichen Waffen: FlorettDegen (reine Stichwaffen) und Säbel (Hieb- und Stichwaffe). Diese drei Waffenarten unterscheiden sich in den Regeln, nach denen gefochten wird, so dass sich für jede Waffe ein spezieller Kampfstil entwickelt hat. Der für Zuschauer auffälligste Unterschied besteht vor allem in der gültigen Trefffläche, die sich bei allen drei Waffen unterscheidet.

Nachdem bei der TSG bis Mitte der 90er Jahre in allen Waffenarten gefochten wurden, votierten die Sportler – auch der damaligen Trainersituation geschuldet – dafür, sich auf eine Waffenart zu spezialisieren, nämlich das Florett. Diese “Einwaffen-Entscheidung” erwies als richtig, denn durch die Konzentration aller Trainingsanstrengungen wurden sportliche Erfolge wesentlich planbarer.

Florettfechten

Trefferfläche beim Florett

Trefferfläche beim Florett

Kenner der Szene bezeichnen das Florett als Königsdisziplin, denn keine andere Waffe erfordert vom Athleten ein ähnliches Höchstmaß an Geschick und Präzision wie das filigrane Florett. Wer es im Florettfechten zur Meisterschaft bringen will, muss dutzende Standardaktionen erlernen. Bei jedem Gefecht gilt es zudem, sich taktisch neu einzustellen, jeder Gegner pflegt seinen eigenen Stil und muss in sehr kurzer Zeit analysiert werden. Zudem werden im Florettfechten besondere Anforderungen an Athletik und Körperbewusstsein gestellt und gerade die Vielfalt an unterschiedlichen Aktionen, gepaart mit der spielerischen Eleganz dieser Fechtdisziplin, machen den besonderen Reiz des Floretts aus. 

Das Florett entwickelte sich aus einer Übungswaffe zum präzisen Treffen, dem geschuldet ist auch die reduzierte Trefferfläche (der Rumpf). Das Florett ist eine reine Stoßwaffe: nur wenn die Florettspitze (6 mm Durchmesser) mit einem Stoßgewicht von mindesten 500g auf die gegnerische Trefffläche aufgesetzt wird, wird auch ein Treffer angezeigt. Eine Besonderheit in den Fechtregeln beim Florett kommt hierbei aber zum Zug: ein Schiedsrichter (der Obmann) entscheidet darüber, ob beim Angreifer auch das Treffervorrecht vorlag, denn nur derjenige, der als erster eine Angriffsaktion beginnt, erwirbt das Treffervorrecht und kann dadurch auch einen Punkt erringen. Gegnerische Angriffe müssen also zunächst ausgeräumt (pariert) werden, bevor man einen eigenen, gültigen Treffer setzen kann.